Betreuung ist ein anspruchsvoller Beruf und wer ihn ausüben möchte, sollte folgende Fähigkeiten mitbringen:
Betreuung umfasst Beratung, Unterstützung und Vertretung behinderter oder alter Menschen auf der Basis psychosozialer und rechtlicher Kompetenzen. Sie ist ein bewusster und geplanter interaktiver Prozess. Ein sozialwissenschaftliches oder sozialpädagogisches Studium bietet eine gute Grundlage, die komplexen Aufgaben im Berufsfeld Betreuung anzugehen. Es gibt derzeit keine eindeutige Qualifikationsvoraussetzung für den Beruf. Der BdB setzt sich dafür ein, dass zukünftig ein Studium "Master of Art" die Grundlage der späteren Berufsausübung bildet. Generell gilt: Zusatzausbildungen und Weiterbildungen sind erforderlich, um auf dem Laufenden zu bleiben und um grundlegende Qualitätsstandards zu erfüllen.
Betreuer/innen agieren in sehr unterschiedlichen Rollen. Sie sind Berater/innen, Verhandler/innen, Unternehmer/innen und Netzwerker/innen. Juristisches, medizinisches, pädagogisches und betriebswirtschaftliches Wissen sowie hervorragende Kenntnisse über das Sozialsystem bilden die Grundlage der komplexen Betreuungsarbeit. Oftmals erfordert der Alltag spontanes und flexibles Handeln, Entscheidungen müssen teilweise schnell getroffen werden. Grundlage hierfür ist immer ein durchdachtes und zielorientiertes Betreuungskonzept. Der BdB hat das Handlungskonzept des Case Managements weiterentwickelt und auf die spezifischen Anforderungen, die an die Planung einer Betreuung gestellt werden, angepasst. Neben der Fallbearbeitung dient Case Management der Qualitätssicherung. Eine Aus- oder Fortbildung zum/zur Case Manager/in bildet daher eine gute Grundlage für den Beruf Betreuer/in.
Berufsbetreuer/innen sollten in der Lage sein, konzeptionell und strategisch zu handeln. Zum einen bezogen auf die Betreuungsplanung, zum anderen bezogen auf die Gestaltung ihres eigenen Unternehmens. Denn: Nur wer auf wirtschaftlich gesunden Beinen steht, kann langfristig gute Betreuungsarbeit leisten.
Berufsbetreuung erfordert eine wertschätzende Grundhaltung und ein humanistisches Menschenbild. Betreuer/innen müssen sich in ihre Klient/innen hineinversetzen können und sie verstehen. Denn sie handeln in deren Interesse. Respekt vor anderen Lebensentwürfen ist dabei genauso selbstverständlich wie die Auseinandersetzung mit ethischen Aspekten. Betreuer/innen treffen Entscheidungen für die Menschen, die sie vertreten. Hier ist ein hohes Verantwortungsbewusstsein gefragt.
Die Fähigkeit zu kommunizieren und Beziehungen aufzubauen, ist für Betreuer/innen besonders wichtig – auf verschiedenen Ebenen. Dies gilt in erster Linie für den Kontakt mit Klient/innen, die oft andere Kommunikationswege nutzen als die, die wir gewohnt sind. Zum anderen betrifft dies Gespräch mit Ärzt/innen, Heimleiter/innen sowie Verhandlungen mit Sozialämtern oder Banken. Wichtig ist zudem ein aktives und funktionierendes Netzwerk.