Von Beginn an gut beraten

Berufsbetreuer*in werden

Sie haben als Berufsbetreuer*in gerade begonnen oder wollen sich als rechtliche*r Betreuer*in selbstständig machen? Dann sind Sie beim BdB genau richtig.

Der BdB ist mit rund 7.500 Mitgliedern die größte Interessenvertretung des Berufsstandes Betreuung. Er bietet zahlreiche Service- und Beratungsleistungen: Berufseinsteiger*innen beraten wir in Zusammenarbeit mit unserem Tochterunternehmen ipb zur Existenzgründung und Tragfähigkeitsbescheinigung sowie zu weiteren wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen. Eine individuelle Beratung können unsere Mitglieder in Anspruch nehmen. Zudem beantworten wir Ihnen auf dieser Seite bereits viele wichtige Fragen für den Einstieg in den Beruf.

Services für Berufseinsteiger*innen:

Bei unserer telefonischen Erstberatung erhalten Sie weiterführende Informationen zum Berufseinstieg sowie zu allen wichtigen Anlaufstellen und Services. Die Erstberatung ist für alle kostenfrei. Sie erreichen uns montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie dienstags zusätzlich von 14 bis 17 Uhr.

Kontakt

BdB-Geschäftsstelle

Tel. 040 3862903-0

E-Mail: info(at)bdb-ev(dot)de

Berufseinsteiger*innen im BdB können sich an unsere telefonische Fachberatung  wenden. Hier erhalten Sie im vertraulichen Gespräch Antworten auf Ihre fachlichen und unternehmerischen Fragen.

Ausstellung von Tragfähigkeitsbescheinigungen:

Der BdB ist offiziell als „fachkundige Stelle“ anerkannt und stellt Existenzgründer*innen nach Prüfung der Businesspläne und Geschäftsideen sogenannte Tragfähigkeits­bescheinigungen aus. Diese benötigen Sie z.B., um Zuschüsse der Arbeitsagentur zu erhalten.

Um eine Tragfähigkeitsbescheinigung vom BdB zu erhalten, ist die Wahrnehmung der Existenzgründungsberatung und damit die Prüfung von Businessplan und Geschäftsberechnung durch die ipb gGmbH bindend erforderlich.

Ansprechpartnerin für Tragfähigkeits­bescheinigungen:

Frau Judith Grabe-Scholl

Tel. 040 3862903-93

E-Mail: judith.grabe-scholl(at)bdb-ev(dot)de

Existenzgründungsberatung:

Die Prüfung der Businesspläne und Geschäftsideen erfolgt im Rahmen einer Existenzgründungsberatung, die das Institut für Innovation und Praxistransfer in der Betreuung ipb gGmbH als Tochtergesellschaft des BdB im Auftrag des Verbandes durchführt.

Die Wahrnehmung der Existenzgründungsberatung ist bindend erforderlich, um eine Tragfähigkeitsbescheinigung vom BdB zu erhalten.

Kosten:

  • Für BdB-Mitglieder kostet die Existenzgründungsberatung 69,79 Euro (inkl. 19% MwSt.).
  • Die Kosten für die Existenzgründungsberatung ohne Mitgliedschaft betragen 259,- Euro (inkl. 19% MwSt.). Falls Sie innerhalb von 12 Monaten nach Inanspruchnahme der Beratung durch das ipb in den BdB e.V. eintreten, ist Ihre Mitgliedschaft im ersten Kalenderjahr beitragsfrei: Sowohl der Mitgliedsbeitrag als auch die Aufnahmegebühr werden mit den Kosten für die Existenzgründungsberatung verrechnet.  Bitte kontaktieren Sie vor Eintritt in den BdB die Mitgliederverwaltung unter info(at)bdb-ev(dot)de und reichen Sie Ihren Zahlungsnachweis an das ipb ein. Anschließend können Sie in der Online-Geschäftsstelle Ihren Mitgliedsantrag ausfüllen.

Ansprechpartnerin für die Existenzgründungsberatung:

Frau Gundula Fest

Tel. 040 53 00 850-12

E-Mail: gundula.fest(at)ipb-weiterbildung(dot)de

Weitere Informationen zur Existenzgründungsberatung des ipb

Die Tochtergesellschaft ipb gGmbh hat speziell für Berufseinsteiger*innen eine Weiterbildungsreihe konzipiert. Die fünftägigen Seminare finden in regelmäßigen Abständen bundesweit statt. Sie erhalten dort einen Überblick über die benötigten Kenntnisse und Kompetenzen, die Sie für Ihren Berufseinstieg benötigen. Zudem lernen Sie Berufskolleg*innen kennen, können sich ein Netzwerk aufbauen und persönliche Erfahrungen austauschen.

Schwerpunkte des Seminars sind:

  • das Berufsbild und die rechtlichen Rahmenbedingungen
  • die Lebenslagen der Klient*innen
  • die systematische Fallsteuerung: Betreuungsmanagement
  • die Versorgungsbedarfe der Klient*innen (Hilfen nach dem SGB)
  • die Grundlagen einer erfolgreichen Unternehmungsführung für Betreuer*innen

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ipb-weiterbildung.de

Bildungsprämie in Anspruch nehmen:

Wenn Sie am ipb-Einsteigerseminar interessiert sind, haben Sie die Möglichkeit, die Bildungsprämie des Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) in Anspruch zu nehmen. Der Staat übernimmt die Hälfte der Weiterbildungskosten – und zwar bis zu 500 Euro pro Jahr. Die Bildungsprämie kann individuell genutzt werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter: www.bildungspraemie.info

Wir möchten Berufseinsteiger*innen unter den Mitgliedern die Chance bieten, mit erfahrenen Kolleg*innen zu kooperieren. 

Jetzt Kontakt aufnehmen

Als Mitglied haben Sie die Möglichkeit, über unser Mitgliederportal meinBdB, selber Suchanzeigen z.B. für Bürogemeinschaften einzustellen oder direkten Kontakt zu Kolleg*innen aufzunehmen.
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Wichtige Fragen rund um den Berufseinstieg

Was machen Berufsbetreuer*innen?

Kann ein volljähriger Mensch auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, stellt ihnen das Betreuungsgericht auf Antrag oder von Amts wegen eine*r rechtliche*n Betreuer*in zur Seite. Als Berufsbetreuer*in garantieren Sie Menschen durch eine persönliche Form der Betreuung die Verwirklichung der Selbstbestimmung, unterstützen Menschen in ihren Entscheidungen bei der Ausübung ihrer rechtlichen Handlungsfähigkeit und schützten ihre Menschenwürde in Situationen großer Verletzlichkeit.

Rechtliche Betreuer*innen beraten, unterstützen und vertreten die betroffenen Menschen beispielsweise bei der Regelung ihrer Finanzen, der Organisation von pflegerischen Diensten, der Einwilligung in ärztliche Behandlungen oder  gegenüber Behörden.

Aufgabenkreise eines beruflichen Betreuers

Eine rechtliche Betreuung wird immer nur für einen bestimmten Zeitraum und für bestimmte Aufgabenkreise eingerichtet. Berufsbetreuer*innen beraten und unterstützen unter anderem in den folgenden Aufgabenfeldern:

Gesundheitssorge

  • ärztliche Behandlung sicher stellen
  • Pflegedienste beauftragen
  • Rehabilitationsmaßnahmen einleiten
  • Klinikbehandlung veranlassen

Vermögensregelung

  • Renten, Sozialhilfe oder Einkünfte geltend machen
  • Unterhaltspflichten prüfen
  • Schuldenregulierung einleiten
  • Erbangelegenheiten regeln
  • Vermögen und Finanzen verwalten

Heimangelegenheiten

  • Verträge prüfen und abschließen
  • Interessen gegenüber der Einrichtung vertreten

 Wohnungsangelegenheiten

  • Wohnraum erhalten
  • Mietverträge prüfen und abschließen
  • Leben in der eigenen Wohnung sichern

 Behördenangelegenheiten

  • Interessen vertreten
  • Aufenthaltsrechte für Menschen nicht deutscher Herkunft sichern
  • Ansprüche durchsetzen

Welche Qualifikationen brauche ich als Berufsbetreuer*in?

Bisher gibt es für Berufsbetreuer*innen keine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung. Im Gesetz steht lediglich, dass der zu bestellende Betreuer für die Führung einer Betreuung in den entsprechenden Aufgabenkreisen „geeignet“ sein muss (§ 1897 BGB). Um den komplexen Aufgaben eines rechtlichen Betreuers gerecht zu werden, ist ein sozialwissenschaftliches oder sozialpädagogisches Studium eine gute Grundlage. Es ist allerdings keine notwendige Voraussetzung, Berufsbetreuer kommen aus den unterschiedlichsten Berufen. Um auf dem Laufenden zu bleiben und die Qualität der Betreuungsarbeit zu gewährleisten, sind Zusatzausbildungen und die Bereitschaft zu regelmäßigen Weiterbildungen erforderlich.

Der BdB und der Berufsverband der freien Berufsbetreuer (BVfB e.V.) haben gemeinsam ein Berufsbild entwickelt. Dort können Sie nachlesen, welche wesentlichen Voraussetzungen und Kompetenzen Sie als Berufsbetreuer*in mitbringen sollten. Derzeit überarbeitet der BdB das Berufsbild unter Berücksichtigung der UN-Behindertenrechtskonvention. 

Was verdienen Berufsbetreuer?

Die Bezahlung von Berufsbetreuer*innen ist im Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz (VBVG) geregelt. Seit dem 27. Juli 2019 ist die Neuregelung der Vergütung in Kraft. Berufsbetreuer erhalten seitdem eine Fallpauschale als Vergütung. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach vier Hauptkriterien:

Anhand der Vorbildung des Betreuers bzw. der Betreuerin wird bestimmt, nach welcher der drei Vergütungstabellen er seine Tätigkeit abrechnen kann.

Innerhalb der jeweiligen Vergütungstabelle werden dann unterschiedlich hohe Geldbeträge für verschiedene Fallkonstellationen genannt. Die Höhe der Vergütung richtet sich dabei nach

der bisherigen Dauer der Betreuung,

der Wohnform des Klienten (in einer Einrichtung oder in der eigenen Wohnung) sowie

den finanziellen Verhältnissen des*der Klient*in (mittellos oder „vermögend“).

Berufsbetreuer*innen ohne nutzbare Fachkenntnisse für die Führung einer rechtlichen Betreuung werden auf Grundlage der Vergütungstabelle A vergütet. Betreuer*innen mit nutzbaren Fachkenntnissen, die sie durch eine abgeschlossene Lehre oder eine vergleichbare Ausbildung erworben haben, rechnen nach der Vergütungstabelle B ab und Betreuer*innen mit Fachkenntnissen, die sie durch eine Hochschul- oder eine vergleichbare Ausbildung erlangt haben, nach der Vergütungstabelle C.

Die Eingruppierung richtet sich nach den gleichen Kriterien, die bisher für die Bestimmung des Stundensatzes maßgeblich waren.

Als Beispiel: Wer als Diplom-Sozialarbeiter*in eine*n nicht mittellosen, im Heim lebenden Klient*in im zweiten Halbjahr betreut, kann hierfür pro Monat eine Fallpauschale in Höhe von 229 Euro verlangen (Vergütungstabelle C, dort das Feld C3.1.2).

Die Vergütungstabellen finden Sie hier online oder als PDF-Datei zum Download

Beachten sollten Sie, dass die Pauschalen der Betriebsumsatz sind, nicht das Einkommen eines*einer rechtliche*n Betreuer*in! Von Ihrem Umsatz als selbstständige*r Berufsbetreuer*in müssen zahlreiche Positionen finanziert werden:

  • alle Auslagen für die Führung der Betreuung (Porto, Telefongebühren Fahrtkosten usw.),
  • alle Betriebsausgaben (Miete, Energiekosten, Anschaffungskosten für Literatur und technische Geräte, Büromaterial, Fortbildungen usw., Beiträge zu Berufsverbänden, Versicherungen),
  • Beitrag zur Unfallversicherung,
  • ggf. die Vergütung für Angestellte,
  • Einkommenssteuer,
  • die eigene soziale Absicherung (Kranken- und Pflegeversicherung, Rentenversicherung bzw. Rücklagen für das Alter, Rücklagen für den Urlaub und für Zeiten mit wenigen Aufträgen, Pflichtmitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege), wobei diese Kosten vollständig selbst finanziert werden müssen – anders als im Fall einer Tätigkeit als Arbeitnehmer gibt es keinen Arbeitgeberanteil.

Als grober Richtwert: Um ein auskömmliches Einkommen mit der Führung von rechtlichen Betreuungen zu erlangen, sind etwa 40 bis 50 Betreuungen empfehlenswert.

Erste Schritte als Berufsbetreuer*in

Wie läuft die Bestellung als Betreuer*in ab?

In der Regel bestellt das Betreuungsgericht auf Vorschlag der zuständigen Betreuungsbehörde eine*n geeignete*n Betreuer*in. Um Berufsbetreuer*in zu werden, wenden Sie sich an die jeweilige Betreuungsbehörde. Diese prüft vor der Bestellung den generellen Bedarf an benötigten Betreuern, die Eignung der potenziellen Betreuerin für die Übernahme von Betreuungen sowie die persönliche Eignung für einen speziellen Betreuungsfall.

Das Gesetz geht davon aus, dass eine Betreuung im Regelfall ehrenamtlich geführt wird. Vergütung und Aufwendungsersatz können nur beansprucht werden, wenn das Gericht bei der Bestellung feststellt, dass die Betreuung beruflich geführt wird. Diese Feststellung hat  dann zu erfolgen, wenn der*die Betreuer*in mehr als 10 Betreuungen führt, oder wenn zu erwarten ist, dass dieser Wert in absehbarer Zeit erreicht werden wird. Manche Betreuungsrichter sind allerdings auch der Ansicht, dass zunächst 10 Betreuungen ehrenamtlich übernommen werden müssen und erst ab Übertragung der 11 eine berufliche Betreuertätigkeit vorliegt. Wird diese Bedingung erst später erfüllt, kann das Betreuungsgericht die Feststellung nachträglich (aber nicht rückwirkend) treffen.

Es kommt hin und wieder vor, dass beim Betreuungsgericht übersehen wird, die berufsmäßige Führung der Betreuung festzustellen bzw. in den Bestellungsbeschluss mit aufzunehmen. Sie sollten die Beschlüsse deshalb bei Erhalt umgehend daraufhin überprüfen, ob die Bestellung als Berufsbetreuer*in erfolgt ist.

Wo bewerbe ich mich als Berufsbetreuer*in?

Wenn Sie die notwendigen Qualifikationen mitbringen und Berufsbetreuerin werden möchten, wenden Sie sich an die Betreuungsbehörde oder –stelle Ihrer Stadt oder Ihres Kreises. Hier erhalten Sie weitere Informationen, wie die Bewerbung als Betreuer*in abläuft. In der Regel werden Sie nach dem Einreichen Ihrer Unterlagen zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Eine wichtige Frage sollten Sie sich gleich zu Beginn stellen: Gibt es in meiner Region bereits genügend rechtliche Betreuer oder werden zusätzliche gebraucht? Die Situation gestaltet sich von Region zu Region sehr unterschiedlich.

Woran muss ich noch denken, wenn ich mich als beruflicher Betreuer selbstständig mache?
  • Versicherungen: Als Berufsbetreuer*in haften Sie für Schäden aufgrund fehlerhafter Berufsausübung gegenüber Klient*en. Deshalb sollten Sie unbedingt eine berufliche Haftpflichtversicherung abschließen. Die GL Versicherungsmakler GmbH ist exklusiver BdB-Partner und entwickelt maßgeschneiderte  Versicherungen für Berufs- und Vereinsbetreuer*innen. BdB-Mitglieder profitieren von besonders günstigen Konditionen und umfangreichen Beratungsleistungen. Zudem müssen Sie sich als Betreuer*in in der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege versichern.
  • Gewerbe-Anmeldung: Als Berufsbetreuer*in sind Sie dazu verpflichtet, ein Gewerbe anzumelden. Sie müssen aber keine Gewerbesteuer bezahlen. Außerdem besteht aufgrund einer Gesetzesänderung seit dem 1.7.2013 keine Umsatzsteuerpflicht mehr. Auch eine Pflichtmitgliedschaft in der IHK besteht nicht.
  • Ein professionelles Arbeitsumfeld schaffen: Um als Berufsbetreuer*in zu arbeiten, sollten Sie geeignete Büroräume haben, in denen Sie ungestört mit Ihren Klient*innen sprechen können. Auch eine ausreichende technische Ausstattung ist wichtig: Telefon, Fax, Mobiltelefon und PC sollten zur Grundausstattung gehören.
  • Richtige IT-Basis schaffen: Professionelle Betreuungssoftware können Ihnen das Leben deutlich erleichtern. Als BdB-Mitglied profitieren Sie von Sonderkonditionen bei unseren Partnern prosozial und LOGO Datensysteme.
  • Datenschutz beachten: Als Betreuer*in arbeiten Sie mit vielen sensiblen personenbezogenen Daten. Mitglieder finden auf meinBdB in der Gruppe "Tipps für den Berufsalltag" umfangreiche Formulare zum Datenschutz für das Betreuungsbüro.

NEUER RATGEBER FÜR BERUFSEINSTEIGER*INNEN VON PROSOZIAL

Was kommt auf mich zu? Was sagen die Kolleg*innen? Rechnet sich das? Wo finde ich Hilfe? Der neue Reiseführer für Berufseinsteiger unseres Kooperationspartners prosozial liefert Antworten und bietet wertvolle Tipps und Tricks rund um den erfolgreichen Start ins Betreuerleben - inklusive Checkliste zum Berufsstart:

www.einstieg-berufsbetreuung.de