BdB-Vertreter*innen treffen die CSU-Bundestagsabgeordnete Silke Launert

Nachwuchsmangel: Ohne angemessene Rahmenbedingungen geht es nicht

Bayreuth, 24. Mai 2022 – „Inflation, sinkende Einnahmen, höhere Aufwände und mehr Aufgaben – So wird das nichts! Es ist Aufgabe der Politik, für angemessene Rahmenbedingungen zu sorgen, um den Beruf des rechtlichen Betreuers attraktiver zu machen und Nachwuchssorgen zu lindern“, sagte Peter Berger, Sprecher der Landesgruppe Bayern des Bundesverbands der Berufsbetreuer/innen (BdB), im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Silke Launert (CSU).

Das Treffen mit der früheren Betreuungsrichterin Silke Launert (Mitte) fand in Bayreuth statt. Neben Peter Berger (links) nahmen die ehemalige Landessprecherin Brigitte May (nicht im Bild) und der Bayreuther Berufsbetreuer Uwe Winkler (rechts) teil.

Hintergrund: In Bayreuth hören sechs langjährige Betreuer fast gleichzeitig aus Altergründen auf. „Betreuungsstelle und Amtsgericht tun sich extrem schwer, Berufsbetreuer als Nachfolger zu finden und Berufsnachwuchs zu gewinnen,“ berichtete Uwe Winkel.
Es sei schon erstaunlich, dass in den Ländern geklagt werde, dass es zu wenig Berufsnachwuchs gäbe und auf der anderen Seite keine leistungsgerechte Vergütung vorgesehen würde, so Peter Berger. Auch die Befürchtung der Länder, dass durch den neu eingeführten Sachkundenachweis (ab 01.01.2023) erschwert werde, neue Betreuerinnen und -betreuer zu gewinnen, hält der BdB-Landessprecher für vorgeschoben: „Diese Probleme gibt es schon längst. Auch ohne Sachkundenachweis. Sie sind strukturbedingt. Wir fordern, dass der Beruf attraktiver wird. Dazu dient insbesondere eine faire Vergütung.“
Silke Launert begrüßte, dass mit Einführung des Sachkundenachweises endlich ein Mindestmaß an Qualifikation in die rechtliche Betreuung Einzug hielte. Zu überlegen wäre, wie man künftigen Betreuer*innen bei den Kosten für den Sachkundenachweis helfen könne, so die CSU-Politikerin.
Peter Berger wies auf die Mehraufwände durch die Reform der rechtlichen Betreuung hin, erläuterte aber auch, dass diese bis zum 31.12.2024 evaluiert würden: „Allerdings können wir angesichts der rasanten Inflation nicht bis 2025 warten, bis sich etwas an der Vergütung ändert. Daher fordern wir eine vorgezogene Dynamisierung.“
Dafür zeigte Silke Launert großes Verständnis, auch wenn sie auf die Gesamtproblematik der sinkenden Einnahmen und steigenden Ausgaben der öffentlichen Hand hinwies: „In jedem Falle: Die Politik muss sich um dieses Thema kümmern.“

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