Es gibt zu viele Baustellen - Die Politik muss ins Handeln kommen!
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Über die Evaluation der Vergütungsreform und die Frage, an welchen Stellschrauben politisch gedreht werden kann, diskutierten zuvor Winfried Oellers, MdB (CDU) und Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für das Thema rechtliche Betreuung, und Awet Tesfaiesus, MdB (Gründe/Bündnis 90), die selbst als Berufsbetreuerin tätig war (beide digital zugeschaltet), unter der Moderation von Anne Heitmann. Einig waren sich beide darin, dass die Evaluierung schneller vorangehen müsse.
Herausforderung Bürokratie und Druck auf Betreuungsbehörden
Während der Tagung wurde an verschiedenen Stellen thematisiert, welche Auswirkungen der höhere Bürokratieaufwand konkret auf die Qualität der Betreuung hat: Viele Berufsbetreuer*innen sehen ihre Klient*innen seltener, weil sie mehr Zeit am Schreibtisch verbringen müssen. Die eigentliche Arbeit für den Menschen droht damit zu kurz zu kommen.
Schon jetzt ist zudem spürbar, dass sich der Druck auf die Betreuungsbehörden verstärkt, wenn Berufsbetreuer*innen in andere, fairer vergütete Berufe wechseln und Betreuungsvereine schließen.
Fachliche Diskussion in Arbeitsgruppen und Foren
Am Samstagvormittag fand in den Foren die vertiefte Arbeit an Themen wie Chancen und Grenzen von KI in der rechtlichen Betreuung oder über die juristischen, medizinischen und ethischen Aspekte des assistierten Suizids im Rahmen der rechtlichen Betreuung statt.
In insgesamt 12 Arbeitsgruppen konnten sich die knapp 400 Teilnehmenden der Tagung mit verschiedenen Aspekten des Berufsalltags am Freitagvormittag auseinandersetzen, von der Unterstützten Entscheidungsfindung im Umgang mit Menschen mit Demenz über Aktuelles aus dem Rechtsbereich, Asyl- und Migrationsrecht oder den Umgang mit aggressiven Klient*innen.
Politischer Leitantrag, Extremismusklausel
In der Delegiertenversammlung wurden sowohl der Leitantrag (die Änderungen sind hier noch nicht enthalten und werden nach Drucklegung aktualisiert) zur politischen Ausrichtung des BdB als auch die Verbandsreform mit überwältigender Mehrheit angenommen. Eine neue Führungs- und Gremienstruktur für den BdB wird den Verband zukunftsfähig und -sicher, v.a. schneller und damit auch politisch noch schlagkräftiger machen.
Der BdB, der immer schon für Demokratie und Menschenrechte stand und dieses in seinen Geschäftsräumen mit großen Buchstaben in den Fenstern der Mitarbeiter*innen nach außen wie nach innen deutlich macht, hat auf der Delegiertenversammlung ebenfalls die Unvereinbarkeit von Funktionen im BdB mit Funktionen in gesichert extremistischen Parteien oder Organisationen in seiner Satzung verankert.
Save the date:
Die nächste Jahrestagung des BdB findet von Donnerstag, 3. bis Samstag, 5. Juni 2027 statt, wieder im Kongresshotel Potsdam am Templiner See.
Mehr Informationen: www.berufsbetreuung.de | LinkedIn | BdB-Vergütungskampagne
Pressekontakt:
nic communication & consulting | Bettina Melzer
Tel.: 030 – 34 66 19 41 | mobil: 0163 – 575 1343 | bm@niccc.de | www.niccc.de
Angebot an Journalist*innen: Sie wollen einmal einen Berufsbetreuer oder eine Berufsbetreuerin in Ihrer Nähe begleiten? Sie brauchen ein Beispiel von Klient*innen, die von Berufsbetreuung profitieren? Möchten Sie eine Expertin oder einen Experten aus Ihrer Region sprechen? Oder benötigen Sie mehr Hintergrundinformationen? Rufen Sie uns einfach an. Oder schreiben Sie uns. Wir helfen gern weiter!
Über den BdB:
Der Bundesverband der Berufsbetreuer*innen e.V. (BdB) ist mit rund 8.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung des Berufsstandes Betreuung. Er ist die kollegiale Heimat seiner Mitglieder und macht Politik für ihre Interessen. Er stärkt seine Mitglieder darin, Menschen mit Betreuungsbedarf professionell zu unterstützen, ein Leben nach eigenen Wünschen und Vorstellungen zu führen – selbstbestimmt und geschützt. Der BdB wurde 1994 gegründet – zwei Jahre, nachdem mit dem Betreuungsgesetz Konzepte wie „Entmündigung“ und „Vormundschaft“ für Erwachsene abgelöst wurden. Bereits damals leitete ihn der Gedanke, Menschen mit Betreuungsbedarf in Deutschland professionell zu unterstützen, so dass sie ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Mit seiner fachlichen Expertise und viel Idealismus setzte sich der Verband bereits frühzeitig für mehr gesellschaftliche Teilhabe betreuter Personen ein, wie sie erst später gesetzlich verankert wurde. Handeln und Entscheidungen der BdB-Mitglieder basieren auf demselben humanistischen Menschenbild, das auch der UN-Menschenrechtskonvention von 1948 und der UNBehindertenrechtskonvention von 2006 zugrunde liegt.