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Bundesverband der Berufsbetreuer*innen (BdB) fordert Entlastung über Tankrabatt hinaus

Steigende Spritpreise setzen Berufsbetreuer*innen unter Druck

Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise bringen Berufsbetreuer*innen in ganz Deutschland zunehmend in finanzielle Bedrängnis. Besonders betroffen sind Betreuer*innen im ländlichen Raum, die täglich weite Strecken zurücklegen müssen und auf das Auto angewiesen sind.
Auf diesem Foto ist eine Tankpreisanzeige mit Preisen zu sehen
©Adobe Stock
Beruf Betreuung

 

Hinzu kommt: Durch steigende CO₂-Abgaben verteuern sich Kraftstoffe strukturell weiter . Für Berufsbetreuer*innen bedeutet das eine dauerhafte Mehrbelastung – ohne entsprechende Anpassung ihrer Vergütung.

Berufsalltag ohne Ausgleich für steigende Kosten

Berufsbetreuer*innen sind täglich unterwegs: zu Klient*innen, zu Behörden, zu Gerichten, in Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Die steigenden Mobilitätskosten treffen den Berufsstand daher unmittelbar.

In vielen anderen Bereichen gibt es einen Ausgleich für gestiegene Betriebskosten. Beispiel Logistik: In Speditionsverträgen wird oft ein variabler Zuschlag vereinbart, der sich monatlich oder wöchentlich am aktuellen Dieselpreis orientiert. Auch viele Cloud-Anbieter behalten sich in ihren AGB vor, Gebühren jährlich moderat (z. B. um 3 bis 5 Prozent) anzupassen, um steigende Server- und Personalkosten zu decken.

Die Betreuervergütung bleibt weitgehend statisch – obwohl die realen Ausgaben deutlich steigen. Gerade im ländlichen Raum verschärft sich die Situation: Lange Fahrstrecken sind dort unvermeidbar. Ohne Auto ist die Arbeit faktisch nicht möglich. 

BdB fordert Entlastung und Anpassung der Vergütung

Der Bundesverband der Berufsbetreuer*innen (BdB) fordert daher weitere Entlastungsmaßnahmen sowie eine strukturelle Anpassung der Vergütung. Denkbar seien gezielte Ausgleichszahlungen oder eine Erhöhung der Vergütungspauschalen, um die gestiegenen Kosten zumindest abzufedern.

„Viele arbeiten längst am Limit“

Die BdB-Bundesvorsitzende Hülya Özkan erklärt: „Viele Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer arbeiten längst am finanziellen Limit. Die stark gestiegenen Benzinpreise brechen vielen buchstäblich das Genick. Wer täglich auf das Auto angewiesen ist, kann diese Kosten nicht einfach auffangen. Wenn wir nicht gegensteuern, gefährden wir die Unterstützung von hunderttausenden betreuten Menschen.“

Gefahr für die Versorgung

Zwar lindere der Tankrabatt in den kommenden zwei Monaten die Lage, doch braucht es für Berufsbetreuer*innen eine nachhaltige Lösung. Der BdB warnt: „Steigende Kosten bei gleichzeitig unzureichender Vergütung gefährden die wirtschaftliche Grundlage vieler Betreuungsbüros. Die prekären Rahmenbedingungen sorgen schon jetzt für fehlenden Nachwuchs.“ Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und steigender Betreuungsbedarfe könne sich Deutschland diesen Trend nicht leisten“, sagt Hülya Özkan. 

Klare politische Verantwortung

Der Verband appelliert an die Politik, die wirtschaftliche Realität des Berufs anzuerkennen und kurzfristig zu handeln. „Eine funktionierende rechtliche Betreuung ist eine zentrale Säule des Sozial- und Rechtsstaats. Sie sichert Selbstbestimmung, Teilhabe und Schutz für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind,“ sagt Hülya Özkan. 

Mehr Informationen: www.berufsbetreuung.de | LinkedIn | BdB-Vergütungskampagne

Pressekontakt:
nic communication & consulting | Bettina Melzer
Tel.: 030 – 34 66 19 41 | mobil: 0163 – 575 1343 | bm@niccc.de | www.niccc.de
 

Angebot an Journalist*innen: Sie wollen einmal einen Berufsbetreuer oder eine Berufsbetreuerin in Ihrer Nähe begleiten? Sie brauchen ein Beispiel von Klient*innen, die von Berufsbetreuung profitieren? Möchten Sie eine Expertin oder einen Experten aus Ihrer Region sprechen? Oder benötigen Sie mehr Hintergrundinformationen? Rufen Sie uns einfach an. Oder schreiben Sie uns. Wir helfen gern weiter!
 

Über den BdB:
Der Bundesverband der Berufsbetreuer*innen e.V. (BdB) ist mit rund 8.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung des Berufsstandes Betreuung. Er ist die kollegiale Heimat seiner Mitglieder und macht Politik für ihre Interessen. Er stärkt seine Mitglieder darin, Menschen mit Betreuungsbedarf professionell zu unterstützen, ein Leben nach eigenen Wünschen und Vorstellungen zu führen – selbstbestimmt und geschützt. Der BdB wurde 1994 gegründet – zwei Jahre, nachdem mit dem Betreuungsgesetz Konzepte wie „Entmündigung“ und „Vormundschaft“ für Erwachsene abgelöst wurden. Bereits damals leitete ihn der Gedanke, Menschen mit Betreuungsbedarf in Deutschland professionell zu unterstützen, so dass sie ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Mit seiner fachlichen Expertise und viel Idealismus setzte sich der Verband bereits frühzeitig für mehr gesellschaftliche Teilhabe betreuter Personen ein, wie sie erst später gesetzlich verankert wurde. Handeln und Entscheidungen der BdB-Mitglieder basieren auf demselben humanistischen Menschenbild, das auch der UN-Menschenrechtskonvention von 1948 und der UNBehindertenrechtskonvention von 2006 zugrunde liegt.